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Handwerker leiden unter der schlechten Zahlungsmoral

03.02.2009
Mehr als 5 Mrd. Euro haben deutsche Handwerksbetriebe im vergangenen Jahr durch unbezahlte Rechnungen verloren. Nach Einschätzung der meisten Handwerker ist die Zahlungsmoral in den vergangenen Jahren sogar noch schlechter geworden - und gefährdet nicht selten die Existenz zahlreicher Unternehmen. Wie deutsche Handwerksbetriebe die Zahlungsmoral privater, gewerblicher und öffentlicher Kunden erleben und wie sie bei Zahlungsausfällen besser schützen können. Ob Schreiner, Installateur oder Dachdecker, sie alle sind unzufrieden mit dem schlechten Zahlungsverhalten ihrer Kunden. Der alte Grundsatz "gutes Geld für gute Arbeit" gilt heute offenbar immer weniger. Eine Umfrage des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH) unter 13.700 Handwerksbetrieben ergab eine generelle Verschlechterung der Zahlungsmoral in den letzten 5 Jahren, vor allem bei gewerblichen und öffentlichen Kunden. Fast jeder vierte Betrieb nannte das Zahlungsverhalten von Unternehmenskunden mangelhaft oder ungenügend. Fazit: Säumige Zahler sind im Handwerk ein Massenproblem. 81,3 % der befragten Handwerksbetriebe gaben an, dass im vergangenen Jahr zumindest Teile ihres Auftragsvolumens nicht fristgerecht beglichen wurden. Noch am besten schnitt die private Kundschaft bei der aktuellen ZDH-Umfrage ab. Gerade einmal 15 % der Privatkunden zahlen nicht fristgerecht.

Mit neuer Masche zum Preisnachlass 

Dafür haben Privatkunden eine neue Masche gefunden: Sie suchen fieberhaft nach einem Mangel, um die Rechnung um ein paar Prozentpunkte zu drücken. Auch das vor 7 Jahren in Kraft getretene Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen hat bei Handwerkern kaum Wirkung gezeigt: Auf die Frage, ob sich durch das Gesetz die Zahlungsmoral der Kunden verbessert hat, antworteten 79,8 % der Befragten mit einem klaren Nein.
Angesichts der schlechten Erfahrungen in Sachen Zahlungsmoral ist es verwunderlich, dass bislang erst wenige Handwerksbetriebe die Instrumente zur Zahlungsbeschleunigung nutzen.

Schlechte Zahlungsmoral führt zur Existenzgefährdung 

Aufgrund der schlechten Zahlungsmoral gerät so mancher Handwerksbetrieb in Existenznot. Erschreckend: Bei fast einem Viertel der Betriebe (23,2 %) führten Zahlungsprobleme bereits einmal zu einer Existenzgefährdung. Für andere bedeutet es die Entlassung von bewährtem Fachpersonal, da Gehälter aufgrund ausstehender Forderungen an Kunden nicht mehr gezahlt werden können. 16 von 100 Chefs im Handwerk mussten in den letzten 12 Monaten Personal entlassen, weil Kunden ihre Rechnungen sehr verspätet oder gar nicht bezahlen und Überbrückungskredite aufgrund der angespannten betrieblichen Situation nicht mehr gewährt wurden.
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